Warum präzise Fragen der Schlüssel für KI-gestützte Lösungen im Mieterausbau sind

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich zum ersten Mal am Computer mit eigenen Augen sehen konnte, wie eine KI-Plattform binnen Sekunden aus hochgeladenen Flächenplänen detaillierte Auswertungen generierte. Auf einen Blick erkannte ich, wo sich flexible Bürokonzepte realisieren ließen und wie viel Freiraum für Besprechungsräume, Rückzugsbereiche oder Gemeinschaftsflächen blieb. Mein erster Gedanke war: „Fantastisch, das spart uns Tage an Planung!“ Doch schon beim zweiten Projekt bemerkte ich, dass die Ergebnisse stark von meinen Vorgaben abhingen. Ein einfacher Aufforderungs-Prompt, wie „Zeig mir den optimalen Grundriss“, führte nur zu mittelmäßigen Entwürfen. Erst präzise Eingaben – etwa „Gestalte eine offene Fläche mit mindestens zwei Workshop-Bereichen, die optional abgetrennt werden können“ – ließen das volle Potenzial der KI zum Vorschein kommen.

Prompt Engineering im Bau- und Planungsprozess
Im Fachjargon spricht man dabei von Prompt Engineering: Wir lernen, unsere Ideen so klar zu formulieren, dass KI-Tools effektiv darauf reagieren. Gerade in der Immobilienbranche, wo Mieterbedürfnisse und technische Anforderungen oft aufeinandertreffen, eröffnet dies völlig neue Möglichkeiten. Stellen wir uns vor, Sie möchten ermitteln, wie sich eine Büroetage bei veränderten Nutzungszeiten optimiert. Wer die KI nur mit „Mach mal eine Analyse“ füttert, erhält allenfalls Standardempfehlungen. Wird die Künstliche Intelligenz hingegen aufgefordert: „Zeige mir drei Varianten zur flexiblen Flächennutzung, mit Fokus auf akustischer Privatsphäre und Begegnungszonen für agiles Arbeiten“, dann liefert sie nachvollziehbare Ansätze, die sich in reale Projektpläne übertragen lassen. Noch detaillierter wird das Ergebnis, wenn wir in den Prompt integrieren für welche Werte das Unternehmen steht, welches dort künftig die ausgebauten Flächen nutzen wird. Wie kann an Ausstattung, sowie Gemeinschafts- und Rückzugsflächen sichtbar werden, was die Mitarbeitenden im Kern benötigen, um dem Arbeitgeber produktiv optimal zu dienen?

Mehr als ein technisches Hilfsmittel
Ich hoffe, ich konnte dies deutlich machen: Gutes Fragenstellen im Zusammenhang mit KI ist also keine technische Spielerei. Immer wieder erlebe ich, dass eine simple Frage wie „Was übersehen wir noch?“ in Projektteams eine produktive Diskussion entfacht. Plötzlich denken alle über alternative Raumkonzepte oder ergonomische Details nach, die vorher kaum Beachtung fanden. KI kann uns auf Datenbasis neue Perspektiven aufzeigen, doch erst unser Mut, gezielt nach dem Unbekannten zu fragen, lässt uns Potenziale wirklich nutzen. Zugleich sollten wir immer reflektieren, wo die Grenzen der Technologie liegen. Wer sich blind auf KI-Prognosen stützt, übersieht leicht Faktoren wie aktuelle Markttrends oder individuelle Kundenwünsche, die in den Trainingsdaten womöglich unterrepräsentiert sind.

Die Kunst des Fragens – die Haltung zählt
„Die Kunst des Fragens“ bedeutet in der Praxis, sowohl mit Offenheit als auch mit konkreten Zielen an die KI heranzugehen. Wenn wir unsere Vorgaben, Bedenken und Visionen präzise aussprechen, erhalten wir Ergebnisse, die Planungsprozesse beschleunigen, Kosten senken und einen messbaren Mehrwert für Mieter bieten. Doch das Herzstück bleibt unsere menschliche Fähigkeit, zu hinterfragen, zu bewerten und Entscheidungen verantwortungsvoll zu treffen. Wer dies beherrscht, nutzt KI nicht nur als praktisches Werkzeug, sondern als Katalysator, um innovative Raumlösungen für die Arbeitswelt von morgen zu entwickeln. Außerdem öffnen sich dadurch auch persönliche Ressourcen, um die eigene innere Welt besser zu verstehen. Herzliche Grüße von

Markus Menzinger
Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Office Group GmbH